Ein Büro richtet man selten neu ein. Umso ärgerlicher, wenn nach ein paar Wochen klar wird, dass der Schreibtisch zu klein ist, der Bildschirm blendet oder man ständig über Kabel stolpert. Die meisten dieser Fehler lassen sich vermeiden, wenn man vor dem Kauf ein paar Punkte durchgeht.
Erst den Raum ansehen, dann die Möbel aussuchen
Messen Sie den Raum aus, bevor Sie neue Büromöbel bestellen, und zeichnen Sie Fenster, Türen, Heizkörper und Steckdosen ein. Das klingt banal, verhindert aber die häufigsten Planungsfehler: ein Schrank, der vor der Heizung steht, ein Schreibtisch ohne Steckdose in Reichweite, eine Tür, die gegen den Rollcontainer schlägt. Alternativ könne sie auch mit einem Büroplaner zusammenarbeiten, der den ganzen Prozess dafür übernimmt, wie etwa der Anbieter
Büromöbel-Experte.
Für Arbeitsstätten gibt die Technische Regel ASR A1.2 Richtwerte vor: mindestens 8 m² für den ersten Arbeitsplatz im Raum, für jeden weiteren rund 6 m². Hinter dem Schreibtisch sollten Sie mindestens 1 m Tiefe als freie Bewegungsfläche einplanen, damit Sie mit dem Stuhl zurückrollen und aufstehen können, ohne anzustoßen.
Den Schreibtisch richtig stellen
Die Position des Schreibtischs bestimmt, wie gut Sie am Bildschirm sehen. Stellen Sie ihn so, dass das Fenster seitlich zu Ihnen liegt, idealerweise im rechten Winkel. Mit dem Fenster im Rücken spiegelt sich das Tageslicht im Monitor. Schauen Sie dagegen direkt ins Fenster, blendet Sie der helle Hintergrund, und die Augen ermüden schneller.
Größe und Höhe der Arbeitsfläche
Für einen Bildschirmarbeitsplatz empfiehlt die DGUV eine Arbeitsfläche von 160 × 80 cm. Mit zwei Monitoren, Unterlagen und Telefon wird es darunter schnell eng. 80 cm Tiefe reichen, damit der Bildschirm weit genug von den Augen entfernt steht.
Die klassische Tischhöhe liegt bei 72 cm. Die passt allerdings nur für Menschen mittlerer Größe. Wer deutlich größer oder kleiner ist, sitzt daran mit hochgezogenen Schultern oder gebeugtem Rücken. Ein höhenverstellbarer Schreibtisch löst das Problem und ermöglicht zusätzlich das Arbeiten im Stehen. Wenn sich mehrere Personen einen Platz teilen, führt kaum ein Weg daran vorbei.
Die richtige Höhe finden Sie so: Im Sitzen liegen die Unterarme locker auf der Tischplatte, die Ellenbogen sind etwa im rechten Winkel gebeugt und die Schultern entspannt.
Der Bürostuhl
Beim Stuhl lohnt es sich, nicht zu sparen, denn Sie sitzen täglich mehrere Stunden darauf. Wichtig sind eine verstellbare Sitzhöhe und Sitztiefe, eine Rückenlehne mit Lordosenstütze auf Höhe des unteren Rückens und Armlehnen, die sich in der Höhe anpassen lassen. Eine Synchronmechanik, bei der Sitz und Lehne gemeinsam mitgehen, sorgt dafür, dass Sie nicht starr in einer Position sitzen.
Probesitzen hilft mehr als jedes Datenblatt. Die Füße sollten flach auf dem Boden stehen und die Oberschenkel waagerecht liegen. Zwischen Kniekehle und Sitzvorderkante sollten etwa zwei bis drei Finger Platz sein.
Bildschirm und Arbeitsmittel
Der Monitor gehört direkt vor Sie, nicht schräg zur Seite. Die Oberkante liegt auf Augenhöhe oder leicht darunter, der Abstand beträgt je nach Bildschirmgröße 50 bis 80 cm. Wer mit dem Laptop arbeitet, sollte einen separaten Monitor oder zumindest einen Laptopständer mit externer Tastatur und Maus nutzen. Sonst schauen Sie den ganzen Tag nach unten.
Tastatur und Maus liegen so, dass Sie die Arme nicht ausstrecken müssen. Dinge, die Sie ständig brauchen, sollten in Griffweite liegen, alles andere darf weiter weg.
Licht
Tageslicht ist der beste Ausgangspunkt, reicht aber allein selten aus. An Bildschirmarbeitsplätzen sind laut ASR A3.4 mindestens 500 Lux vorgesehen. Eine gute Deckenbeleuchtung sorgt für gleichmäßiges Grundlicht, eine zusätzliche Schreibtischleuchte für Lesearbeiten. Achten Sie darauf, dass keine Lampe direkt in den Bildschirm oder in Ihre Augen strahlt. Jalousien oder Lamellenvorhänge helfen, wenn die Sonne tief steht.
Akustik und Raumklima
In Mehrpersonenbüros wird Lärm oft unterschätzt. Telefonate und Gespräche am Nachbartisch stören die Konzentration mehr als ein gleichmäßiges Grundrauschen. Akustikpaneele an Wänden oder Decke, Stellwände mit schallabsorbierender Oberfläche und Teppichboden senken den Geräuschpegel spürbar. Für Telefonate und Videocalls ist ein separater Raum oder eine Telefonbox sinnvoll.
Beim Raumklima gilt für sitzende Tätigkeiten eine Temperatur von mindestens 20 °C. Planen Sie außerdem ein, wie gelüftet wird. Fenster, die sich wegen eines davorstehenden Möbelstücks nicht öffnen lassen, sind ein typischer Fehler.
Stauraum und Kabel
Überlegen Sie vorab, welche Unterlagen Sie tatsächlich im Büro aufbewahren müssen. Ein Rollcontainer unter dem Schreibtisch reicht für den täglichen Bedarf. Akten und Material, die Sie selten brauchen, gehören in Schränke oder Regale außerhalb des direkten Arbeitsbereichs.
Kabel sollten Sie von Anfang an mitplanen. Eine Kabelwanne unter der Tischplatte, eine vertikale Kabelführung zum Boden und eine fest montierte Steckdosenleiste halten den Boden frei. Bei höhenverstellbaren Tischen müssen die Kabel lang genug sein, damit sie beim Hochfahren nicht spannen.
Homeoffice
Zu Hause fehlt oft der Platz für ein eigenes Arbeitszimmer. Trotzdem gelten dieselben Grundregeln: ein Tisch in passender Höhe, ein richtiger Bürostuhl statt eines Esszimmerstuhls und ein Bildschirm auf Augenhöhe. Wer dauerhaft am Küchentisch arbeitet, merkt das meist nach wenigen Wochen im Rücken.
Checkliste für die Büroeinrichtung
• Raum ausgemessen, Fenster, Türen, Heizkörper und Steckdosen eingezeichnet
• Mindestens 1 m freie Bewegungsfläche hinter dem Schreibtisch
• Schreibtisch steht seitlich zum Fenster
• Arbeitsfläche mindestens 160 × 80 cm
• Tischhöhe passt zur Körpergröße, besser höhenverstellbar
• Bürostuhl mit verstellbarer Sitzhöhe, Sitztiefe, Lordosenstütze und Armlehnen
• Monitor direkt vor Ihnen, Oberkante auf Augenhöhe, 50 bis 80 cm Abstand
• Mindestens 500 Lux am Arbeitsplatz, keine Blendung auf dem Bildschirm
• Maßnahmen gegen Lärm eingeplant (Akustikelemente, Rückzugsraum)
• Fenster frei zugänglich zum Lüften
• Stauraum für den täglichen Bedarf in Griffweite
• Kabelführung und Steckdosen am Tisch eingeplant