Der Traum von der eigenen Selbstständigkeit beginnt meist mit einer mutigen Idee sowie einer großen Portion Tatendrang. Während du danach strebst, etwas Eigenes zu schaffen, unabhängig zu sein und ein echtes Problem zu lösen, ist der Weg bis zum stabilen Unternehmen leider kein Selbstläufer.
Viele Gründer stolpern dabei über Hürden, die sich mit ein wenig Vorbereitung eigentlich leicht vermeiden ließen.
Es sind selten die großen, dramatischen Fehlentscheidungen, die ein Vorhaben scheitern lassen; oft sind es die kleinen, schleichenden Fehler, die unbemerkt wertvolle Zeit fressen und das mühsam angesparte Kapital aufzehren. In diesem Artikel schauen wir uns an, wo die größten Gefahren lauern, damit du diese geschickt umschiffen kannst.
Das Streben nach der „perfekten“ Lösung
Ein sehr verbreiteter Fehler besteht darin, dich monatelang zurückzuziehen, um an einem vermeintlich perfekten Angebot zu feilen. Da viele Gründer Angst davor haben, mit einem unfertigen Produkt an die Öffentlichkeit zu gehen, investieren sie Zeit und Geld in Details, die ihre späteren Kunden womöglich gar nicht brauchen oder sogar als störend empfinden.
Wenn du zu lange im stillen Kämmerlein arbeitest, besteht die Gefahr, dass du erst nach einem Jahr feststellst, dass der Markt gar kein Interesse an deiner Lösung hat. Um zu verhindern, dass dein Budget zu diesem Zeitpunkt bereits aufgebraucht ist, solltest du so früh wie möglich mit einer einfachen Basisversion an den Markt gehen. Nichts ist wertvoller als praxisnahes Feedback von echten Kunden, da es dir dabei hilft, dein Angebot Schritt für Schritt und neue
Wachstumsideen für dein Start-up zu entwickeln.
Die falsche Aufgabenverteilung im Team
Der Satz „Wir verstehen uns blind, also gründen wir zusammen“ bietet zwar eine schöne Basis, reicht für den geschäftlichen Erfolg aber oft nicht aus. Ein häufiger Fehler ist es, mit Personen zu gründen, die exakt die gleichen Fähigkeiten mitbringen wie du selbst. Wenn drei kreative Köpfe zwar hervorragend zusammenarbeiten, sich aber niemand gerne um den Verkauf oder die Buchhaltung kümmert, gerät das Unternehmen schnell in Schieflage.
Achte deshalb darauf, dass sich eure Kompetenzen sinnvoll ergänzen, damit einer den Verkauf beherrscht, während andere die Technik, das Handwerk oder die Organisation übernehmen. Zudem sollten
klare Absprachen und Verträge bestehen, solange ihr noch freundschaftlich miteinander umgeht, denn wenn die erste Krise kommt, ist es für rechtliche Regelungen meist zu spät.
Die Finanzen und die Zahlungsfähigkeit unterschätzen
Viele Unternehmen scheitern an mangelndem Umsatz und vor allem an fehlender Liquidität – also schlichtweg daran, dass dein Bankkonto leer ist, während noch Rechnungen offen sind. Oft unterschätzen Gründer, wie viel Zeit verstreichen kann, bis das erste Geld wirklich auf dem eigenen Konto eingeht.
Um hier nicht den Überblick zu verlieren, ist eine saubere Planung das A und O für dein Business. Eine
professionelle Software für Existenzgründer hilft dir dabei, deine Buchhaltung und Finanzen von Anfang an im Griff zu behalten, wodurch du gleichzeitig teure steuerliche Fehler vermeidest. Auf diese Weise weißt du jederzeit genau, wie viel finanziellen Spielraum du noch hast, bevor es zeitlich oder finanziell eng wird.
Marketing als Nebensache betrachten
Obwohl viele Gründer fest daran glauben, dass Qualität sich schon von alleine durchsetzen wird, bleibt selbst das beste Produkt ohne gezielte Aufmerksamkeit in der Realität unsichtbar. Wer erst nach der Eröffnung oder dem Produktionsstart beginnt, über die Kundengewinnung nachzudenken, verliert wertvolle Zeit, die das Wachstum stark beeinträchtigen kann.
Da Vertrieb und Marketing maßgeblich bestimmen, wie sichtbar dein Unternehmen für potenzielle Kunden wird, müssen sie von Anfang an ein fester Bestandteil deines Alltags sein. Da es nicht reicht, nur ein gutes Produkt zu haben, solltest du dort präsent sein, wo deine Zielgruppe nach Lösungen sucht. Wenn du den Verkauf vernachlässigst, wird dir die Puste schneller ausgehen, als du es eingeplant hast.
Alles alleine machen wollen
Obwohl der alte Spruch „Selbstständig bedeutet, selbst und ständig zu arbeiten“ weit verbreitet ist, bleibt er ein gefährlicher Ratgeber. Wenn du versuchst, gleichzeitig als Buchhalter, Webdesigner, Verkäufer und Produktentwickler zu agieren, verzettelst du dich unweigerlich. Dies führt zu schneller Erschöpfung und sorgt auch dafür, dass die wirklich wichtigen strategischen Aufgaben liegen bleiben.
Lerne deshalb, Aufgaben abzugeben, auch wenn dies im ersten Moment Überwindung oder Geld kostet. Es bringt dir die nötige Zeit zurück, um an deinem Unternehmen zu arbeiten, statt dich nur im Tagesgeschäft aufzureiben.
Deine Checkliste für einen sauberen Start
Damit du den Fokus behältst und die typischen Fehler vermeidest, hilft dir diese Übersicht:
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Marktprüfung: Sprich mit mindestens 20 potenziellen Kunden, bevor du große Summen investierst.
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Finanzplan: Kalkuliere deine privaten und geschäftlichen Kosten für mindestens 12 Monate im Voraus.
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Rechtssicherheit: Kläre alle Fragen zu Versicherungen, Steuern und Genehmigungen, bevor du offiziell startest.
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Kernfokus: Konzentriere dich auf das eine Hauptproblem, das du für deine Kunden löst.
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Netzwerk: Suche dir Mentoren oder tausche dich aktiv mit anderen Unternehmern aus, um von deren Wissen zu profitieren.
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Zeitpuffer: Plane für wichtige Schritte grundsätzlich 20 % mehr Zeit ein, als du ursprünglich denkst.
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Verkauf: Reserviere dir jede Woche feste Zeiten, die ausschließlich der Kundengewinnung dienen.
Dein Weg zum stabilen Unternehmen
Da Gründen kein gerader Weg, sondern ein stetiger Lernprozess ist, gehört das Auftauchen von Hindernissen fest dazu und ist kein Zeichen von Versagen. Vielmehr kommt es darauf an, wie du mit diesen Herausforderungen umgehst, zumal das Team und die interne Organisation laut Experten oft zu den
häufigsten Ursachen für das Scheitern zählen.
Wenn du dein Vorhaben nicht als starren Plan, sondern als dynamisches System begreifst, verlieren Fehlentscheidungen ihren Schrecken, da du sie als Chance zur Verbesserung begreifen kannst. Mit ein wenig Bodenhaftung, der Unterstützung durch kluge Werkzeuge und einem wachen Auge für deine Ausgaben steht deinem Erfolg kaum noch etwas im Weg.
Pack es an – es lohnt sich!