Sonne, Wachstum, keine Einkommensteuer: Dubai steht bei vielen deutschen Gründern und Selbstständigen hoch im Kurs. Die Stadt ist ein Drehkreuz zwischen Europa, Asien und Afrika, die Behörden arbeiten weitgehend digital und Ausländer können Unternehmen in vielen Fällen zu 100 Prozent besitzen. Doch eine Firmengründung in Dubai ist kein Selbstläufer – und seit einigen Jahren auch kein reines Steuersparmodell mehr.

Der Titel dieses Artikels stammt aus dem Jahr 2024. Wir haben den Inhalt auf den Stand von Oktober 2026 gebracht. Seitdem haben sich vor allem die steuerlichen Rahmenbedingungen verändert: Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) erheben eine Unternehmenssteuer, und zwischen Deutschland und den VAE gibt es weiterhin kein Doppelbesteuerungsabkommen.

Hier erfährst du, welche Rechtsformen infrage kommen, wie der Ablauf aussieht und welche Fragen du mit Steuerberatung und Anwalt klären solltest, bevor du unterschreibst. Eine individuelle Steuer- oder Rechtsberatung ersetzt dieser Überblick nicht.

Kurz erklärt: Was gehört zur Firmengründung in Dubai?

Für eine Unternehmensgründung in Dubai brauchst du im Kern fünf Dinge:

  • eine Entscheidung zwischen Freezone und Mainland (Festland)
  • eine Gewerbelizenz (Trade Licence) für deine konkrete Geschäftstätigkeit
  • eine registrierte Geschäftsadresse, je nach Lizenz auch ein physisches Büro
  • ein Aufenthaltsvisum, wenn du vor Ort leben und arbeiten willst
  • ein Geschäftskonto bei einer Bank in den VAE

Dazu kommen steuerliche Registrierungen in den VAE und – oft unterschätzt – die Klärung deiner steuerlichen Situation in Deutschland.

Freezone oder Mainland: Die wichtigste Grundsatzentscheidung

Bei der Firmengründung in Dubai bestimmt die Wahl des Standorts, wo und mit wem du Geschäfte machen darfst. Sie ist deshalb die erste und wichtigste Weichenstellung.

Freezone-Gesellschaft

Dubai hat zahlreiche Freihandelszonen, die oft auf bestimmte Branchen ausgerichtet sind – etwa Handel, Medien, Technologie oder Finanzdienstleistungen. Jede Freezone hat eine eigene Behörde, eigene Lizenzarten und eigene Gebühren. Gängige Rechtsformen sind die Free Zone Establishment (FZE) mit einem Gesellschafter und die Free Zone Company (FZCO) mit mehreren Gesellschaftern.

Vorteile einer Freezone:

  • 100 Prozent ausländisches Eigentum
  • vergleichsweise schnelle, standardisierte Gründung
  • Pakete mit Flexi-Desk oder Co-Working statt eigenem Büro

Der Haken: Freezone-Unternehmen dürfen grundsätzlich nicht direkt mit Kunden auf dem Festland der VAE handeln. Wer vor allem an lokale Firmen oder Endkunden verkaufen will, braucht dafür einen Vertriebspartner oder zusätzliche Genehmigungen.

Mainland-Gesellschaft

Auf dem Festland ist die Limited Liability Company (LLC) die häufigste Form. Lange brauchte sie einen lokalen Partner, der 51 Prozent der Anteile hielt. Mit der Reform des Gesellschaftsrechts im Jahr 2021 ist für viele Tätigkeiten inzwischen auch 100 Prozent ausländisches Eigentum möglich. Für einige strategische Branchen gelten weiterhin Einschränkungen.

Zuständig für Lizenzen ist in Dubai das Department of Economy and Tourism (DET), das frühere Department of Economic Development. Eine Mainland-Lizenz erlaubt dir, im gesamten Land zu handeln und auch an öffentlichen Ausschreibungen teilzunehmen. Dafür sind Anforderungen an Büroflächen und die Kosten oft höher.

Was zu welchem Geschäftsmodell passt

  • Beratung, Software, digitale Dienstleistungen mit internationalen Kunden: Häufig reicht eine Freezone.
  • Handel, Gastronomie, Dienstleistungen für lokale Kunden: Meist ist das Mainland sinnvoller.
  • Regulierte Branchen wie Finanzen, Gesundheit, Bildung: Hier sind Vorabgenehmigungen der Fachbehörden nötig, egal wo du gründest.

Firmengründung in Dubai: Der Ablauf in sieben Schritten

Die konkreten Schritte unterscheiden sich je nach Freezone oder Emirat, folgen aber meist diesem Muster:

  1. Geschäftstätigkeit definieren: Die Lizenz wird für konkret benannte Aktivitäten erteilt. Wähle sie sorgfältig, denn Tätigkeiten außerhalb der Lizenz sind nicht erlaubt.
  2. Standort und Rechtsform wählen: Freezone oder Mainland, Einzel- oder Mehrpersonengesellschaft.
  3. Firmennamen reservieren: Namen müssen den lokalen Regeln entsprechen; religiöse oder anstößige Begriffe sind tabu.
  4. Unterlagen einreichen: Typisch sind Reisepass-Kopien, Businessplan oder Tätigkeitsbeschreibung, Gesellschaftsvertrag und gegebenenfalls Nachweise über Qualifikationen.
  5. Lizenz erhalten und Büro nachweisen: Je nach Lizenz reicht ein Flexi-Desk, oder du brauchst einen Mietvertrag.
  6. Visum beantragen: Über die Gesellschaft beantragst du dein Aufenthaltsvisum inklusive medizinischer Untersuchung und Emirates ID.
  7. Bankkonto eröffnen und steuerlich registrieren: Erst mit Konto und Registrierung bei der Steuerbehörde bist du voll handlungsfähig.
Reisepass auf einer Laptop-Tastatur als Symbol für Visum und Unterlagen bei der Firmengründung in Dubai

Viele Gründer lassen sich bei der Firmengründung in Dubai begleiten. Einen Überblick über Ablauf und Gründungsvarianten liefert etwa die Seite zur Firmengründung Dubai eines auf Auswanderung spezialisierten Dienstleisters. Vergleiche mehrere Angebote und lass dir genau aufschlüsseln, welche Gebühren einmalig und welche jährlich anfallen.

Steuern in den VAE: Was sich seit 2023 geändert hat

Das Bild vom steuerfreien Dubai ist überholt – auch das gehört zur ehrlichen Planung einer Firmengründung in Dubai. Seit Juni 2023 erheben die VAE eine Unternehmenssteuer. Laut dem offiziellen Regierungsportal der VAE gelten folgende Sätze:

  • 0 Prozent auf steuerpflichtige Gewinne bis 375.000 Dirham (AED)
  • 9 Prozent auf den Teil der Gewinne darüber
  • ein gesonderter Satz für große multinationale Konzerne nach den OECD-Regeln

Die Steuer gilt für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juni 2023 beginnen. Freezone-Unternehmen können für bestimmte qualifizierte Einkünfte weiterhin 0 Prozent zahlen. Voraussetzung ist unter anderem echte Substanz vor Ort und dass sie die Vorgaben ihrer Freezone erfüllen; andere Einkünfte werden mit 9 Prozent besteuert.

Dazu kommt die Mehrwertsteuer (VAT) von 5 Prozent, die seit 2018 gilt. Ab einem bestimmten Jahresumsatz ist die Registrierung bei der Federal Tax Authority Pflicht. Eine persönliche Einkommensteuer auf Gehälter gibt es in den VAE derzeit nicht.

Für die Praxis bedeutet das: Du brauchst eine ordentliche Buchhaltung, fristgerechte Steuererklärungen und – je nach Konstellation – geprüfte Jahresabschlüsse. Plane diese laufenden Kosten von Anfang an ein.

Deutsche Steuerfallen: Warum der Wohnsitz entscheidet

Der häufigste Fehler deutscher Gründer bei der Firmengründung in Dubai: Sie gründen dort, bleiben aber faktisch in Deutschland. Dann greift das deutsche Steuerrecht – oft mit unangenehmen Folgen.

Wohnsitz und Ort der Geschäftsleitung

Solange du in Deutschland einen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hast, bist du hier unbeschränkt steuerpflichtig – mit deinem gesamten Welteinkommen. Werden die wichtigen Entscheidungen deiner Dubai-Firma tatsächlich aus Deutschland getroffen, kann zudem der Ort der Geschäftsleitung in Deutschland liegen. Dann ist die Gesellschaft hier körperschaft- und gewerbesteuerpflichtig.

Hinzurechnungsbesteuerung

Das Außensteuergesetz sieht eine Hinzurechnungsbesteuerung vor. Erzielt eine ausländische Gesellschaft, die von in Deutschland Steuerpflichtigen beherrscht wird, sogenannte passive Einkünfte und werden diese niedrig besteuert, rechnet das Finanzamt sie den Gesellschaftern zu. Seit 2024 liegt die Niedrigsteuergrenze bei 15 Prozent – die VAE liegen mit 9 Prozent darunter.

Kein Doppelbesteuerungsabkommen

Das frühere Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und den VAE ist Ende 2021 ausgelaufen. Über ein neues Abkommen wird verhandelt, in Kraft ist es nach Stand Oktober 2026 aber nicht. Es gelten die nationalen Regeln beider Staaten, was das Risiko einer Doppelbesteuerung erhöht.

Wegzugsbesteuerung

Wer Deutschland verlässt und Anteile an einer Kapitalgesellschaft hält, etwa an einer GmbH, muss mit der Wegzugsbesteuerung rechnen. Dabei werden stille Reserven versteuert, als hättest du die Anteile verkauft. Gerade bei erfolgreichen Startups kann das hohe Summen bedeuten. Mehr Grundlagen findest du in unserem Leitfaden zu Steuern als Selbstständiger. Und wer Beteiligungen strukturiert, sollte auch prüfen, ob eine Holding beim Startup überhaupt sinnvoll ist.

Visum, Bankkonto und Alltag vor Ort

Aufenthaltsvisum

Als Gesellschafter oder Geschäftsführer kannst du über deine Firma ein Aufenthaltsvisum beantragen. Dazu gehören eine medizinische Untersuchung, biometrische Daten und die Emirates ID. Für Mitarbeitende beantragt die Firma Arbeitsvisa; die Zahl der möglichen Visa hängt oft von Lizenz und Bürogröße ab. Wie ein professioneller Immigration Service bei der Relokation unterstützen kann, haben wir in einem eigenen Beitrag beschrieben.

Geschäftskonto

Die Kontoeröffnung ist für viele Gründer der zäheste Schritt. Banken in den VAE prüfen Herkunft der Mittel, Geschäftsmodell und Gesellschafter sehr gründlich. Rechne mit mehreren Wochen und halte Businessplan, Lebenslauf, Kundenverträge und Nachweise über Geschäftsbeziehungen bereit.

Kosten realistisch planen

Die Gesamtkosten hängen stark von Freezone, Lizenzart, Büro und Zahl der Visa ab. Typische Posten sind:

  • Lizenz- und Registrierungsgebühren (meist jährlich)
  • Büro oder Flexi-Desk
  • Visa, Emirates ID und medizinische Tests
  • Buchhaltung, Steuererklärungen, gegebenenfalls Wirtschaftsprüfung
  • Beratung in den VAE und in Deutschland

Kalkuliere bei der Firmengründung in Dubai nicht nur die Gründung selbst, sondern mindestens die ersten zwei Jahre. Die jährliche Lizenzverlängerung ist Pflicht; wer sie versäumt, riskiert Bußgelder bis hin zur Löschung der Firma.

Besprechungsraum mit Glaswänden, Tisch und Stühlen in einem modernen Bürogebäude

Markt und Vertrieb: Dubai ist kein Selbstläufer

Ein Steuervorteil ersetzt kein tragfähiges Geschäftsmodell. Der Markt in Dubai ist international, wettbewerbsintensiv und stark beziehungsgetrieben. Persönliche Kontakte, Präsenz vor Ort und Geduld spielen eine große Rolle.

Prüfe vor der Firmengründung in Dubai, wer deine Kunden konkret sind. Willst du von Dubai aus weltweit verkaufen, oder zielst du auf den Markt der Golfstaaten? Davon hängen Standort, Lizenz und Vertriebsweg ab. Ein Netzwerk aus lokalen Partnern, Messen und Branchenverbänden wie der deutschen Auslandshandelskammer hilft beim Markteinstieg.

So triffst du eine fundierte Entscheidung

Bevor du eine Firma in Dubai gründest, solltest du drei Fragen ehrlich beantworten: Ziehst du tatsächlich um? Wo werden die Entscheidungen getroffen? Und wo sitzen deine Kunden? Wenn du in Deutschland wohnen bleibst, ist eine Dubai-Gesellschaft steuerlich selten attraktiv und oft riskant.

Ein sinnvoller Fahrplan sieht so aus:

  1. Geschäftsmodell und Zielmarkt prüfen – unabhängig von Steuern.
  2. Mit einer Steuerberatung, die sich mit internationalem Steuerrecht auskennt, die deutsche Seite klären: Wohnsitz, Wegzug, Hinzurechnung.
  3. Freezone und Mainland anhand deines Modells vergleichen und mehrere Angebote einholen.
  4. Ein Budget für mindestens zwei Jahre inklusive laufender Pflichten aufstellen.

Wenn du die Grundlagen der Gründung noch einmal auffrischen willst, hilft unser Überblick Unternehmen gründen. Mit sauberer Vorbereitung kann die Firmengründung in Dubai ein starker Schritt sein – ohne sie wird sie schnell teuer.

Was kostet eine Firmengründung in Dubai?

Die Kosten hängen von Freezone oder Mainland, Lizenzart, Büro und Zahl der Visa ab. Rechne neben den Gründungsgebühren mit jährlichen Kosten für Lizenzverlängerung, Büro, Buchhaltung und Beratung.

Wie lange dauert es, eine Firma in Dubai zu gründen?

Die Lizenz selbst kann in Freezones innerhalb weniger Tage oder Wochen vorliegen. Visum und vor allem die Eröffnung des Bankkontos dauern oft deutlich länger, plane insgesamt mehrere Wochen bis Monate ein.

Ist Dubai noch steuerfrei für Unternehmen?

Nein. Seit Geschäftsjahren ab Juni 2023 gilt eine Unternehmenssteuer von 9 Prozent auf Gewinne über 375.000 AED. Qualifizierte Freezone-Unternehmen können für bestimmte Einkünfte weiterhin 0 Prozent zahlen.

Kann ich eine Firma in Dubai gründen und in Deutschland wohnen bleiben?

Rechtlich ist das möglich, steuerlich aber oft nachteilig. Mit Wohnsitz in Deutschland bleibst du hier unbeschränkt steuerpflichtig, und die Firma kann über den Ort der Geschäftsleitung oder die Hinzurechnungsbesteuerung in Deutschland steuerpflichtig werden.

Brauche ich einen lokalen Partner in Dubai?

In Freezones nicht. Auf dem Festland ist seit der Gesellschaftsrechtsreform 2021 für viele Tätigkeiten 100 Prozent ausländisches Eigentum möglich, für einige strategische Branchen gelten aber weiterhin Einschränkungen.

Gibt es ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und den VAE?

Das frühere Abkommen ist Ende 2021 ausgelaufen. Ein neues wird verhandelt, ist aber Stand Oktober 2026 nicht in Kraft.