Schwankende Einnahmen und unerwartete Ausgaben gehören zum Alltag vieler Selbständiger und Gründer, etwa durch saisonale Auftragsspitzen, verspätete Kundenzahlungen oder unvorhergesehene Investitionen.
Solche Schwankungen treffen auf feste Kosten wie Miete, Versicherungen oder Gehälter, die unabhängig vom aktuellen Umsatz zu bedienen sind, sodass Liquiditätsplanung zu einer zentralen Steuerungsaufgabe wird.
Gold als privater Liquiditätspuffer
Im privaten Bereich wird Gold oft als langfristige Wertaufbewahrung genutzt – in Form von Schmuck, Münzen oder Barren. Betrachtet man die historischen Daten, so ist der Goldpreis über längere Zeiträume hinweg ein gutes Stück gestiegen, auch wenn es hier starke Schwankungsbandbreiten gab.
Gerade Selbständige sind häufig einem hohen Risiko ausgesetzt, weil ein Großteil ihres Kapitals in der eigenen Geschäftsidee bzw. dem laufenden Geschäft gebunden ist.
Hier kann das privat gehortete Gold durchaus als Liquiditätspuffer dienen, der im Bedarfsfall aktivierbar ist (Verkauf oder Beleihung).
Für den Verkauf sollte ein transparenter Prozess stehen. Regionale Goldankäufer wie
Goldankauf München arbeiten gewöhnlich mit leicht nachzuvollziehenden Bewertungsformeln, die aus Gewicht, Feingehalt und Goldkurs des Tages einen Preis ermitteln.
So wird Goldpreis berechnet
Der Goldankaufpreis setzt sich im Wesentlichen aus drei Größen zusammen: Goldgewicht, Goldgehalt und Goldkurs.
• Gewicht: Das Gewicht wird in Gramm auf geeichten Waagen ermittelt
• Feingehalt: Der Feingehalt gibt an, wie viel reines Gold in einer Legierung enthalten ist, jeweils in Promille oder Karat
• Goldkurs: Der Goldkurs wird aus Marktquotierungen abgeleitet und meist auf Feinunze in Euro notiert, anschließend auf Gramm umgerechnet
Die Formel lautet stark vereinfacht: Auszahlungsbetrag = Gewicht x Feingehalt x Tageskurs x Abschlagsfaktor. Letzterer berücksichtigt die Kosten für Aufbereitung, Handelsspannen und den Betrieb des Ankäufers.
Der Feingehalt ist der zentrale Wertfaktor. Die Feingehalte 333, 585 oder 750 stehen für die häufigsten Legierungen mit 33,3 Prozent, 58,5 Prozent oder 75 Prozent Goldanteil. Zu den einfachen Prüfmethoden zählen der Säuretest, die Magnetprobe oder die moderne
Röntgenfluoreszenz-Analyse zur zerstörungsfreien Bestimmung des Goldanteils.
Neben dem Materialwert können Sammler- oder -Gestaltungswerte eine Rolle spielen, wie beispielsweise eine Markenuhr oder Designschmuck. Häufig steht jedoch beim Altgoldankauf die Frage nach dem Edelmetallgehalt im Vordergrund, der eingeschmolzen und verwertet wird.
Wann Altgold Liquidität schafft
Für Gründer und Selbständige gibt es viele Gelegenheiten, wo kurzfristige Liquidität angesagt ist.
• Überbrückung von Zahlungszielen, wo Kundenrechnungen nicht sofort bezahlt werden
• Vorfinanzieren von Projekten oder Waren, wo Lieferanten Vorkasse verlangen
• Ausgleich unvorhergesehener Ausgaben, etwa Reparaturen, Steuernachzahlungen oder Nachschüsse in laufende Projekte
Eine Möglichkeit, kurzfristig Kapital zu beschaffen, ist der Schmuck- und Edelmetallverkauf, ohne neue Kreditlinien aufmachen zu müssen. Ein ähnlicher Ansatz wird im Pfandkreditbereich beschrieben, bei dem Uhren oder Schmuckstücke befristet beliehen und später wieder ausgelöst werden können.
Wichtig ist die strikte Trennung zwischen privatem und betrieblichem Vermögen.
Wenn privat gehaltenes Gold verkauft wird, erscheint das nicht direkt in der betrieblichen Gewinn- und Verlustrechnung, wenn aber die Erlöse für laufende Kosten oder auch für Investitionen verwendet werden, kann das die Liquidität im Unternehmen doch indirekt entlasten.
Steuerlich dürfte für privat gehaltenes Gold in vielen Fällen das Gleiche gelten wie für private Veräußerungsgeschäfte; Haltefristen und mögliche Gewinne sind zu beachten. An dieser Stelle ist eine Rücksprache mit Steuerberatung sinnvoll.
Chancen, Gefahren und der Blick auf den Goldpreis
Gold wird ja häufig in der Diskussion um den Vermögensmix als Krisen oder Stabilisierungsbaustein angesehen. Analysen zu Mischportfolios zeigen deutlich, daß die Beimischung von Gold in bestimmten Phasen die risikobereinigte Rendite verbessern und bei fallenden Aktien oder Anleihemärkten als zusätzlicher Liquiditätspuffer hilfreich sein kann.
In Stresssituationen gleichen Kursgewinne am Gold teilweise Verluste in anderen Anlageklassen wieder aus, wodurch die Gesamtschwankung des Vermögens vermindert wird.
Zugleich hat der Goldpreis aber auch eigene Zyklen, die von den Bewegungen der anderen Märkte abweichen. Die historische Datenlage zeigt, daß Gold in Phasen wirtschaftlicher Unsicherheit oder steigender Inflation oder bei einer expansiven Geldpolitik sehr stark an Wert gewinnen kann, während aber in Phasen steigender Realzinsen oder stabiler Konjunktur längere Seitwärtsbewegungen oder auch Rückgänge möglich sind.
Jeder, der Altgold als Reserve nutzen möchte, sollte also nicht den ganzen Bestand in irgendeiner kurzfristigen Schwächephase verkaufen, sondern gezielt überlegen, wieviel und wann verkauft werden soll, wobei sowohl der eigene Liquiditätsbedarf als auch die allgemeine Marktverfassung zu berücksichtigen ist.
Ein stufenweiser Verkauf in Teilbeträgen kann helfen, das Risiko eines ungünstigen Zeitpunktes zu verringern und trotzdem genügend handlungsfähig zu bleiben.
Schlussgedanken zur strategischen Nutzung von Sachwerten
Für sehr viele Haushalte ist Altgold ein stummer Vermögenswert, den man eigentlich kaum beachtet. Für Selbstständige und Gründer kann die Reserve aber schon einen Unterschied machen, wenn es darum geht, kurzfristige Engpässe zu überbrücken oder Risiken abzufedern, ohne gleich dauerhaft neue Schulden machen zu müssen.
Wer sich genauer um die Bewertungsgrundlagen, Marktmechanismen und steuerlichen Rahmenbedingungen kümmert, wird auch eher in der Lage sein, zu entscheiden, welchen Teil seiner Edelmetallbestände er als strategische Reserve halten und welchen Teil er bei Bedarf zur Sicherung seiner Liquidität nutzen möchte.
Damit werden Sachwerte nicht zum Spekulationsinstrument, sondern zum planbaren Bestandteil der eigenen Finanzarchitektur rund um das eigene Unternehmen.