Die KI-Bildbearbeitung hat die Herangehensweise an die Nachbearbeitung grundlegend verändert. Noch vor wenigen Jahren musste man Ebenen, Masken und Dutzende von Reglern beherrschen, bevor die Ergebnisse den eigenen Erwartungen entsprachen. Heute reicht es oft aus, eine Datei zu öffnen, ein oder zwei intelligente Optionen anzuklicken – und die Software stellt Details wieder her, gleicht die Belichtung aus oder verändert sogar die Bildkomposition automatisch.
Die Leistungsfähigkeit von Photoshop ist unbestritten. Dennoch brauchen viele Nutzer:innen – insbesondere Einsteiger:innen und Hobbyfotograf:innen – eine einfachere Lösung.
In den folgenden Abschnitten vergleichen wir einige der zuverlässigsten KI-basierten Photoshop-Alternativen. Sie erfahren, wie sie funktionieren, was sie kosten und für welche Workflows sie am besten geeignet sind.
1. Luminar Neo
Dieses
KI-Fotobearbeitungsprogramm ist eine überzeugende Alternative zu Photoshop, da es viele typische Photoshop-Aufgaben mit geführten Werkzeugen erledigt (Sky AI, Enhance AI, Porträt- und generative Tools usw.). Luminar Neo ist als eigenständige App für Windows und macOS erhältlich (ca. 117 $). Höherpreisige Pakete (ca. 153–165 $) beinhalten zusätzlich mobile Apps für iPhone, iPad und Android.
Wenn Sie Ihren bestehenden Photoshop-Workflow noch nicht vollständig aufgeben möchten, ist Luminar Neo außerdem als Plugin verfügbar.
Vorteile
Nachteile
KI-Werkzeuge, die gezielt auf fotografische Probleme zugeschnitten sind (flauer Himmel, matte Farben, Porträt-Retusche, generative Füllungen)
Dieses Bildbearbeitungsprogramm eignet sich nicht für umfangreiche Design-Arbeiten.
Nicht-destruktiver Workflow mit Ebenen und Masken, deutlich vereinfacht im Vergleich zur tief verschachtelten Photoshop-Oberfläche.
Einige fortgeschrittene Tools und Erweiterungen erhöhen den Gesamtpreis, wenn man das vollständige Ökosystem nutzen möchte.
Automatische Verbesserungen liefern schnell optimale Ergebnisse, ohne die Bildqualität zu beeinträchtigen.
Der Funktionsumfang ist kleiner als bei Photoshop, insbesondere bei sehr speziellen kreativen Effekten.
2. ON1 Photo RAW
Diese Photoshop-Alternative kombiniert RAW-Entwicklung, Katalogisierung und KI-Tools wie Generative Erase, NoNoise AI, Resize AI, Sky Swap AI und Portrait AI. ON1 integriert künstliche Intelligenz in einen klassischen macOS- oder Windows-Post-Processing-Workflow mit Masken und Ebenen.
Es ist eine Lifetime-Lizenz für ca. 63 $ erhältlich sowie ein Jahresabo für ca. 100 $/Jahr, das Updates und Cloud-Synchronisation umfasst.
Vorteile
Nachteile
Integrierte KI-Funktionen für Rauschreduzierung, Upscaling und Himmeltausch.
Die Oberfläche kann für unerfahrene Nutzer:innen überladen und unübersichtlich wirken.
Bibliotheks- und Browsing-Tools machen ON1 zu einer zentralen Lösung für Import, Bildauswahl (Culling) und Bearbeitung.
Auf älteren Geräten können Performance-Probleme auftreten; Systemanforderungen sollten vor dem Kauf geprüft werden.
Ebenenbasierte Bearbeitung für fortgeschrittene Composings
Preset- und Plugin-Ökosysteme sind kleiner und weniger standardisiert.
3. Topaz Photo
Dieses Fotobearbeitungsprogramm ist eine KI-gestützte Enhancement-Suite, die sich auf Schärfung, Rauschreduzierung, Gesichtsrekonstruktion, Lichtanpassung und Farboptimierung konzentriert – nicht auf umfassendes Grafikdesign. Topaz Photo läuft unter Windows und macOS als eigenständige Anwendung für Rauschminderung, Detailwiederherstellung und Fokusverbesserung.
Die Standardversion kostet 37 $/Monat, während die Pro-Version mit zusätzlichen Funktionen 75 $/Monat kostet.
Vorteile
Nachteile
KI-Modelle für Schärfung, Rauschreduzierung und Detailwiederherstellung.
Komplexes Compositing, Textarbeit oder mehrschichtiges Design erfordern weiterhin eine andere Anwendung.
Eine begrenzte Anzahl klar definierter Aufgaben in einer benutzerfreundlichen Oberfläche.
Hohe Anforderungen an GPU und CPU bei großen Stapelverarbeitungen oder sehr hochauflösenden Dateien.
Eine sinnvolle Alternative zu vielen aufwendigen Photoshop-Schritten bei High-ISO-Aufnahmen oder leicht unscharfen Bildern.
Bilder können künstlich wirken oder überschärft aussehen, wenn die Regler zu stark eingesetzt werden.
4. Radiant Photo
Radiant Photo ist ein KI-gestützter Editor mit Fokus auf Farbkorrektur, Kontrast- und Belichtungsanpassungen. Genrespezifische Workflows (Landschaft, Porträt, Tierfotografie usw.) und intelligente Regler helfen Fotograf:innen, realistische und hochwertige Ergebnisse zu erzielen, ohne tief in Farbtheorie oder technische Details einzusteigen.
Radiant Photo läuft als Standalone-App für Windows, macOS, iOS und Android sowie als Plugin für gängige Host-Programme. Das Komplettpaket ist vergleichsweise teuer (rund 473 $), allerdings gibt es günstigere Optionen, wenn man nur Werkzeuge für ein bestimmtes Genre (z. B. Landschaft, Porträt oder Wildlife) benötigt.
Vorteile
Nachteile
Automatische Korrekturen, abgestimmt auf unterschiedliche fotografische Genres.
Eingeschränkte Möglichkeiten für kreatives Compositing und Grafikdesign im Vergleich zu Photoshop.
Natürliche, realitätsnahe Farben ohne überbearbeiteten Look.
Stark automatisierter Ansatz – Nutzer:innen, die vollständige manuelle Kontrolle wünschen, könnten sich eingeschränkt fühlen.
Plugin-Unterstützung erleichtert die Integration in bestehende Workflows.
Kleineres Ökosystem an Presets von Drittanbietern und Lernressourcen.
5. Darkroom
Darkroom richtet sich an Fotograf:innen, die hauptsächlich auf iPhone, iPad, Mac und Vision Pro arbeiten. Die App kombiniert KI-gestützte Verbesserungen mit Maskierung und tiefenbasierten Filtern. Die Darkroom+-Mitgliedschaft kostet 9,99 $ pro Monat, 39,99 $ pro Jahr oder 149,99 $ als einmaliger Lifetime-Kauf. Die Preise sind Richtwerte und können je nach Region variieren.
Vorteile
Nachteile
Tiefe Integration mit Apple Fotos und iCloud für nahtlosen Zugriff auf die eigene Mediathek.
Ausschließlich für Apple-Geräte; keine Unterstützung für Windows oder Android.
KI-Masken und tiefenbasierte Filter beschleunigen lokale Anpassungen bei Porträts und Aufnahmen mit geringer Tiefenschärfe.
Der Funktionsumfang reicht nicht für komplexes Compositing oder anspruchsvolles Grafikdesign aus.
Reibungsloser, mobilorientierter Workflow für schnelle Bearbeitungen unterwegs.
Nutzer:innen, die von der klassischen Desktop-Logik von Adobe Photoshop wechseln, benötigen eine gewisse Eingewöhnungszeit.
Fazit
Auch wenn Photoshop weiterhin ein leistungsstarkes Werkzeug für anspruchsvolle Bildbearbeitung bleibt, bieten KI-basierte Alternativen heute zugänglichere und effizientere Lösungen mit deutlich geringerer Komplexität. Diese Tools sind auf unterschiedliche Anwendungsfälle zugeschnitten und machen hochwertige Fotobearbeitung für eine breitere Zielgruppe leichter erreichbar.